Schwerer als nötig

Im „Oktoberfest-Spiel“ machte sich die SG Oppershofen das Leben schwerer als nötig und ließ einen Gegner, den man eigentlich von Beginn an im Griff hatte, bis zum Schluss im Spiel und an die Möglichkeit eines Punktgewinns glauben. Die Zweite Mannschaft schnupperte bis kurz vor Schluss an einem solchen Punktgewinn, stand am Ende aber doch wieder mit leeren Händen da.

Auf die ohnehin schon umfangreiche Ausfallliste gesellte sich vor dem Derby gegen den TuS Rockenberg II auch noch Capitano Leon Demann, der sich in der Vorwoche beim Auswärtsspiel in Butzbach bei einem Zweikampf verletzt hatte. Immerhin stand Mike Schmidt Trainer Bellersheim wieder zur Verfügung.

Es war ein verhaltener Beginn in diesem Derby. Recht früh war erkennbar, dass die Spielkontrolle auf Seiten der SGO liegen würde und diese sich gegen einen tiefstehenden Gegner wird behaupten müssen. Die erste Möglichkeit bot sich nach knapp sechs Minuten Paulo Pillekamp im Anschluss an einen Eckstoß von Niklas Junker. Den ersten Versuch per Kopf blockte der Gästeschlussmann, den zweiten Versuch schoss der Linksfuß an den Pfosten. In der zehnten Spielminute hatte Jordan Häuser die Führung auf dem Fuß. Daniel Warner brachte den Ball mit dem rechten Außenrist von der linken Seite in die Mitte. Häuser nahm ihn an und schloss mit dem zweiten Kontakt ab, blieb allerdings ebenfalls am Keeper der Besucher hängen. Zwei Minuten später ergab sich dann jedoch plötzlich dem TuS die große Chance, den Spielverlauf auf den Kopf zu stellen. Einen weiten Ball aus der Abwehr schätzte die Oppershofener Defensivreihe falsch ein und auch der herauseilende Kevin Funk erreichte das Spielgerät nicht. Da dem Rockenberger Angreifer jedoch kein klarer Abschluss gelang, konnte die Gänsbergelf mit vereinten Kräften zweimal abblocken und die Situation schließlich bereinigen. Danach war aber die SGO wieder am Drücker. Über Omid Mirzayi, Fynn Schnitzler und Mike Schmidt kam der Ball zu Paulo Pillekamp. Dessen scharfe Hereingabe klärte ein Verteidiger unzureichend mit dem Kopf vor die Füße von Nick Bayer, der den Ball einmal stoppte und dann im rechten Eck zum 1:0 versenkte (15.).

Leitete das 1:0 mit einer guten Flanke ein: Paulo Pillekamp.

Mit dem nächsten Angriff erhöhten die Hausherren umgehend. Wieder war Omid Mirzayi Ausgangs- und diesmal auch Endpunkt. Einen Rockenberger Ball fing er kurz hinter der Mittellinie ab und leitete zu Fynn Schnitzler weiter. Dieser behauptete sich gegen einen Gegenspieler und spielte anschließend einen überragenden Flachpass in den Lauf des durchgestarteten Omid. Oppershofens Nr. 10 ließ die Kugel clever am Torwart vorleilaufen und schob anschließend ins leere Gehäuse zum 2:0 ein (17.).

Tor und Vorlage im Derby: Omid Mirzayi.

Danach passierte zunächst nicht mehr viel. Der SGO fehlte die Zielstrebigkeit im letzten Drittel, jegliche Angriffsversuche der Gäste konnten jedoch frühzeitig unterbunden und der Ball stets wieder schnell zurückerobert werden. Erst zehn Minuten vor der Pause wurde es wieder gefährlich. Einen strammen Schuss von Nick Bayer konnte der Torsteher nur nach vorne abwehren. Den zweiten Ball schnappte sich Bayer erneut und legte mit Übersicht quer zum völlig freistehenden Fynn Schnitzler. Der traf den Ball allerdings nicht richtig, sodass der Keeper das 3:0 verhindern konnte. Im Anschluss an die danach folgende Ecke verfehlte Mike Schmidt aus der Distanz knapp. Zwei Minuten vor der Pause war die SGO einmal nicht auf der Höhe, was der TuS sofort bestrafte. Der ballführende Spieler konnte ungestört Richtung Strafraum laufen. Sein Abspiel wurde von Mike Schmidt noch abgefälscht und geriet dadurch zur perfekten Vorlage für einen Gästeangreifer, der ebenfalls nicht entscheidend gestört wurde. Vor Kevin Funk ließen sich die Besucher diese Möglichkeit nicht entgehen und verkürzten überraschend zum 1:2 (43.). Mehr sollte bis zum Pausenpfiff nicht mehr passieren, sodass es mit der knappen Oppershofener Führung in die Kabinen ging.

Unter den Augen von Bürgermeisterin Olga Schneider änderte sich auch im zweiten Abschnitt am Spielverlauf nichts. Die SGO hatte das Gros an Ballbesitz und das Geschehen spielte sich weiterhin überwiegend in der Rockenberger Hälfte ab. Allerdings gelang es dem Team von Jürgen Bellersheim nur selten, gefährliche Aktionen heraufzubeschwören. Zudem schien es, als sei man vorwiegend um Sicherheit bemüht. Häufig ließen die Blau-Weißen den Ball durch die hintere Linie laufen und wurden dabei von den Gästen auch nicht ernsthaft gestört. Die erste Gelegenheit in Durchgang Nr. 2 gehörte dementsprechend auch der SGO. Fynn Schnitzlers scharfe Hereingabe von der rechten Seite wehrte der Gästeschlussmann in höchster Not in die Mitte ab, Paulo Pillekamps Nachschuss wurde vor der Torlinie geblockt.

Eine Balleroberung von Niklas Junker leitete in der 53. Spielminute das 3:1 ein. Omid Mirzayi spielte zunächst Doppelpass mit Lucas Link und anschließend Daniel Warner mustergültig frei. Dessen Abschluss aus 18 Metern geriet zwar etwas zu unplatziert, war jedoch so wuchtig, dass das Leder von der Hand des Torhüters als Bogenlampe noch ins Tor fiel.

Mit dieser neuerlichen Zwei-Tore-Führung schien die Partie angesichts des bisherigen Verlaufs eigentlich in trockenen Tüchern zu sein. Als sich die Nachbarn nach etwas mehr als einer Stunde wieder nach vorne wagten, unterlief Niklas Junker in Folge eines weiten Einwurfs aber ein unglückliches Handspiel im eigenen Strafraum, weshalb der Schiedsrichter zurecht auf Strafstoß entschied. Diese Gelegenheit ließen sich die Gäste nicht nehmen und verkürzten abermals auf ein Tor.

Besorgte das 3:1: Daniel Warner.

Doch auch dieser Treffer änderte nicht wirklich etwas am Spielverlauf. Allenfalls ließ die SGO noch mehr den Ball durch die eigenen Reihen laufen. Die wenigen Offensivaktionen spielten die Oppershofener nicht zwingend genug aus. Da aber auch die Rockenberger zunächst nichts an ihrer Ausrichtung änderten, tickte die Uhr langsam, aber sicher dem Ende entgegen. Die Spannung in der Oppershofener Abendsonne blieb aufgrund des knappen Ergebnisses jedoch weiter bestehen. Ohne Höhepunkte plätscherte die Partie dahin, ehe sie schließlich mit dem Schlusspfiff des souverän leitenden Schiedsrichters beim Stand von 3:2 ihr Ende fand.

Die SGO durfte sich damit über weitere drei Punkte und das anschließende Oktoberfest im Vereinsheim freuen. Auf das Bellersheim-Team warten nun drei besondere Herausforderungen: Binnen einer Woche tritt man in Echzell, Münzenberg und zuhause gegen Fauerbach an.

Zweite Mannschaft belohnt sich nicht

Durch die vielen Ausfälle musste man bei der Zweiten Mannschaft auf einige Spieler der Alten Herren zurückgreifen. Diese geballte Erfahrung tat dem Spiel jedoch ausgesprochen gut, sodass die Oppershofener Zweitvertretung eine ordentliche erste Hälfte bot. Marvin Spörl brachte die SGO auch folgerichtig nach 33 Minuten in Führung.

Im zweiten Durchgang häuften sich auf Seiten der Blau-Weißen allerdings die Fehler und Unkonzentriertheiten. So musste man zunächst den Ausgleich und kurz vor Schluss sogar noch einen zweiten Gegentreffer hinnehmen. Obwohl die tapfer kämpfenden SGO’ler am Ende noch einmal alles versuchten, blieb es letztlich bei der knappen 1:2-Niederlage, auch wenn man sich durchaus einen Punkt verdient hätte.

Bilder: SG Oppershofen