Strafstoß entscheidet

Dass es eine unangenehme und schwierige Aufgabe werden würde, war der SGO schon im Vorfeld bewusst. Die jüngsten Ergebnisse des Gegners, das Rückspiel der vergangenen Saison sowie die angespannte Personalsituation ließen dies erahnen. Am Ende sollte einzig und allein ein Strafstoß für die Hausherren das Spiel entscheiden. Die Zweite Mannschaft bestätigte hingegen ihren Aufwärtstrend in dieser Spielzeit. Obwohl auf der Torwartposition Improvisationstalent gefragt war.

Auf Torhüter Marcel Hebich musste Trainer Jürgen Bellersheim verzichten. Dass Markus Kalkbrenner als Vertreter zur Verfügung stehen konnte, entschied sich auch erst im Laufe der Woche. Aufgrund der vielen Ausfälle reaktivierte der SGO-Übungsleiter zudem Nico Bayer für die Defensive. Auch Daniel Warner rückte in den Kader der Ersten Mannschaft auf und stand direkt in der Startelf.

„Wenig zielführender Spielfluss.“

Im ersten Abschnitt tat sich die SGO auf äußerst schwierigem Geläuf lange Zeit schwer. „In der ersten Halbzeit hatten wir teilweise Schwierigkeiten uns in der Defensive zu organisieren und konnten auch offensiv nur wenig zielführenden Spielfluss generieren“, gab Capitano Leon Demann nach Spielschluss zu Protokoll.

Die spielentscheidende Szene dann nach etwas mehr als 20 Minuten: Der Schiedsrichter sprach den Gastgebern einen Strafstoß zu. Ein „anzweifelbarer Elfmeterpfiff“ nach Meinung des SGO-Spielführers. Den Echzellern war’s egal, sie bedankten sich und gingen in Führung. Wie schon im letzten Aufeinandertreffen präsentieren sich die Schwarz-Gelben robust und kompromisslos. Der schlechte Platzzustand spielte den Hausherren dabei in die Karten. Die Oppershofener operierten daher mit vielen langen Bällen, hatten jedoch für diese Taktik nicht den passenden Zielspieler auf dem Platz. Mit dem knappen Rückstand ging es in die Kabinen.

Chancen ungenutzt und Ende mit Schrecken

Das Team vom Gänsberg steigerte sich im zweiten Durchgang zunehmend. Nick Bayer scheiterte freistehend im Strafraum und ließ so die große Ausgleichschance ungenutzt. Lukas Lottig drang von der rechten Seite in den 16er ein und legte dem mitgereisten Anhang bereits den Torschrei auf die Lippen. Sein strammer Schuss klatschte allerdings nur an den Querbalken. „In der zweiten Halbzeit haben wir Schritt für Schritt den Druck erhöht, aber konnten dennoch nicht den Ausgleich erzielen“, zeigte sich Leon Demann enttäuscht.

Als sich der eingewechselte Rodney Mbazira, der im Spiel der Zweiten Mannschaft nach seiner Rückkehr aus der Verletzung zum Mann des Spiels avancierte, in der 95. Minute auch noch nach einem Zusammenprall mit dem gegnerischen Torwart eine schwere Verletzung zuzog und schließlich mit dem Krankenwagen abtransportiert wurde, war der gebrauchte Tag für die SGO perfekt. Nach zwei Siegen in Folgen, muss die SGO einen Dämpfer hinnehmen.

Heute mit der Ersten Mannschaft glücklos – Daniel Warner und die SGO.

Nächster Schritt nach vorne

Die Ausfälle der Ersten Mannschaft gingen auch nicht spurlos an der Zweiten Mannschaft vorbei. Insbesondere auf der Torwartposition war die Not groß. Doch Not macht bekanntlich erfinderisch. Stefan Weyl, lange Jahre Fixpunkt in der Oppershofener Offensive, wurde, ähnlich wie Nico Bayer in der Ersten Mannschaft, reaktiviert. Allerdings lief er nicht im Angriff auf, sondern hütete das Tor. Rodney Mbazira, zuletzt drei Wochen verletzt außen vor, stand immerhin wieder zur Verfügung. Und er sollte die prägende Figur im Spiel der Zweiten Mannschaft werden.

Die SpG startete gut und zielstrebig und hatte direkt zu Spielbeginn eine 100-prozentige Chance. Nach einem Eckstoß stand Rückkehrer Alexander Schütz völlig blank im Fünfmeterraum, konnte den Kopfball allerdings nicht im Tor unterbringen. Danach spielte sich das Geschehen bis zur Pause weitestgehend im Mittelfeld ab, sodass torlos die Seiten gewechselt wurden.

„Beide Mannschaften taten sich auf diesem Platz schwer. Die Bälle sind oft versprungen. Unsere Tore haben wir trotzdem schön rausgespielt“, konstatierte Kapitän Sebastian Graubert. Das erste der angesprochenen Tore fiel bereits kurz nach Wiederanpfiff. Rodney Mbazira brachte die SpG mit 1:0 in Front. Kurz danach jubelte die Spielgemeinschaft aus Oppershofens Zweiter und der FSG Wisselsheim erneut. Der Schiedsrichter hatte jedoch eine Abseitsstellung wahrgenommen und verweigerte daher dem Treffer die Anerkennung. In der 78. Minute hatte der Unparteiische dann aber keine Einwände: Rodney Mbazira marschierte zusammen mit Koray Cem Ahmet alleine aufs Tor zu. Uneigennützig legte der Oppershofener Angreifer quer, sodass Koray Cem Ahmet nur noch zum 2:0 einzuschieben brauchte.

„Krummes Ding“ verhindert Weyl-Shut Out

Dass die Weste des Oppershofener Aushilfstorhüters nicht weiß blieb, war auch der Platzbeschaffenheit zu verdanken. Ein eigentlich harmloser Schuss setzte auf einer der vielen Unebenheiten auf und „bog“ förmlich nach rechts ab, sodass der sichere Stefan Weyl ebenso überrascht wie machtlos war. Doch auch von diesem „krummen Ding“ ließ sich die SpG nicht verunsichern. „Nach dem Echzeller Anschlusstor haben wir gut dagegengehalten und den Vorsprung über die Zeit gebracht“, zeigte sich Sebastian Graubert absolut zufrieden mit der Leistung seines Teams. „Es war mal wieder eine gute Leistung. Jeder kämpft, jeder beißt. So macht es Spaß und nur so gewinnen wir Spiele.“ An den verletzten Helden des Spiels richtete er zudem Genesungswünsche: „Rodney hat sich leider in der letzten Aktion bei der Ersten Mannschaft verletzt. Er hat heute in der Zweiten Mannschaft nicht nur wegen seines wichtigen 1:0 und der Vorlage zum 2:0 ein gutes Spiel gemacht. Auch nach seiner Einwechslung bei der Ersten Mannschaft hat er nochmal alles probiert und die Mannschaft gepusht. Ich hoffe, dass die Verletzung nicht allzu schlimm ist und wünsche ihm eine gute und schnelle Besserung. Kopf hoch, Rodney!“ Diesen Wünschen schließen wir uns von dieser Stelle aus natürlich an!

Bild: SGO