Zwei Möglichkeiten auf den Rest der Saison zu blicken

In der Außenseiterrolle tritt die SG Oppershofen am Sonntagmittag auswärts an. Für den Rest der Saison kann das Team von Trainer Jürgen Bellersheim ohne jeglichen Druck antreten – das kann Vorteile mit sich bringen, aber auch hinderlich sein.

Die Zweite Mannschaft tritt zeitgleich ebenfalls in der Fremde an und startet den nächsten Versuch, dreifach zu punkten, nachdem man die bislang größte Erfolgschance des Jahres in der Vorwoche verschenkt hatte.

Fünf Spiele bleiben der SGO in dieser Saison noch. Seit ebenso vielen Partien ist die Gänsberg-Elf ungeschlagen und kann in diesem Zeitraum stolze 13 von möglichen 15 Punkten vorweisen. Derzeit liegen die Blau-Weißen auf Rang sechs, mit zwölf Zählern Vorsprung vor dem siebtplatzierten SVP Fauerbach, der bereits 22 Spiele absolviert hat. Ergo kann das Team aus dem Butzbacher Stadtteil noch maximal zwölf Zähler in dieser Saison holen und damit bestenfalls noch punktgleich mit der SGO werden. Realistisch betrachtet wird das Bellersheim-Team also nicht schlechter abschneiden als auf dem aktuellen sechsten Platz.

Der Blick darf sich also nach vorne oder besser gesagt nach oben richten. Denn: was hat man in den letzten fünf Spielen zu verlieren? Im schlechtesten Fall bleibt die Chance ungenutzt, sich im Klassement noch weiter zu verbessern. Das Team kann befreit aufspielen und (sich selbst) beweisen, besser als Platz sechs zu sein. In drei der letzten fünf Spiele bekommt man es nämlich mit dem Zweiten, Dritten und Vierten zu tun. Möglichkeiten also, durch eigene Leistungen, die Tabellenposition zu verbessern und vor allem auch einige Mannschaften in deren Aufstiegskampf zu ärgern und ihnen einen Strich durch die Rechnung zu machen. Die Gefahr, die diese „Freispiele“ bieten, ist natürlich ein Spannungsabfall. Geht man die verbleibenden Aufgaben nicht mit der nötigen Einstellung und Ernsthaftigkeit an, könnte die Saison bedeutungslos austrudeln. Sicherlich ist es ratsam, nochmals alles in die Waagschale zu werfen und sich mit einem guten Gefühl für die neue Spielzeit in die Sommerpause zu verabschieden. Die Mannschaft hat es selbst in der Hand.

Am Sonntagmittag bietet sich die erste Chance dieser Art, wenn die SGO beim Tabellenzweiten, der SG Butzbach/Nieder-Weisel II, gastiert. Die Kreisoberliga-Reserve spielt eine bemerkenswerte Runde, was 48 Punkte aus 20 Spielen eindrucksvoll unterstreichen. Mit 91 Toren stellt man gemeinsam mit der Spvgg. 08 Bad Nauheim den gefährlichsten Angriff der Liga – benötigte allerdings zwei Spiele weniger als die Kurstädter, um diesen Wert zu erreichen. Zweimal siegte man gar zweistellig. Mit 32 Gegentoren kassierten die Butzbacher ebenso viele Gegentreffer wie die SGO. Erst Ende März musste man sich erstmals in dieser Saison geschlagen geben. Auch im Spiel darauf setzte es beim 4:5 gegen Schwalheim eine Niederlage. Letzte Woche klappte es dann aber wieder mit dem Dreier, beim 4:1-Auswärtssieg in Erbstadt. Die beiden ersten Spiele des Jahres gestaltete die Butzbacher Spielgemeinschaft gegen Hoch-Weisel/Ostheim (10:2) und Rockenberg (8:0) deutlich für sich. Bester Torschütze ist Spielertrainer Daniel Antmansky (16 Treffer), gefolgt von Bennet Wittig (11). Im Hinspiel auf dem Gänsberg ging es torreich zu: 4:5 hieß es am Ende aus Oppershofener Sicht. Dabei blies die SGO im zweiten Durchgang zur Aufholjagd, kämpfte sich von 1:5 auf 4:5 heran, kam aber nicht mehr zum Ausgleich.

Für die SGO bietet die Partie beim Tabellenzweiten auch die Möglichkeit, die eigene Bilanz gegen die Top 5 der Liga aufzubessern. In bislang sieben Spielen konnte das Team von Jürgen Bellersheim fünf Zähler holen. Es gilt also am Sonntag Bestleistung abzurufen, um eine Mannschaft im Aufstiegskampf ärgern zu können.

Spielbeginn am Nieder-Weiseler Wiesengrund, und damit auf Natur- und nicht auf Kunstrasen, ist am Sonntag (26.04.2026) um 13:00 Uhr. Im Anschluss findet ab 15:00 Uhr die Kreisoberliga-Partie zwischen der SG Butzbach/Nieder-Weisel I und dem SV Nieder-Wöllstadt statt. Zu sehen werden dabei auch unsere Ex-Spieler Viktor Fenski und Niklas Casties sein.

Will das Offensivspiel der SGO auch in Nieder-Weisel ankurbeln: Omid Mirzayi.

Nächster Anlauf für die Zweite Mannschaft

Nach dem Duell gegen einen Tabellennachbarn ist vor dem Duell mit einem Tabellennachbarn. Scheiterte die Zweite Mannschaft am vergangenen Sonntag trotz klarer Feldvorteile vorrangig aufgrund eigener Unzulänglichkeiten im Offensivspiel am SV Echzell II, wartet am kommenden Wochenende mit der FSG Münzenberg II eine Mannschaft, die im Klassement nur einen Platz hinter der SpG rangiert.

Die Spielgemeinschaft aus Gambach und Ober-Hörgern hat, wie die SpG auch, erst einen Punkt in 2026 erspielen können. Da Schwalheims Reserve zurückgezogen wurde, bekamen die Münzenberger zudem drei Punkte am grünen Tisch zugesprochen. Wie die SpG auch, wurden bislang 18 Partien absolviert. Dabei fuhr man 18 Punkte mit einem Torverhältnis von 43:55 Uhr ein. Das Hinspiel entschied die SpG mit 4:1 für sich.

Zeitgleich mit dem Spiel der Ersten Mannschaft startet auch die Partie der Zweiten Mannschaft im Ober-Hörgerner Wetterstadion (13:00 Uhr). Dann startet die SpG den nächsten Anlauf, den Negativlauf zu stoppen.

Bild: SG Oppershofen